Grundlage unserer täglichen Arbeit im Naturschutz sind fundierte Arten- und Lebensraumkenntnisse. Die Zahl der Artenkenner*innen und Spezialisten nimmt seit Jahren jedoch rapide ab, sodass vielerorts Fachkräfte fehlen, um gezielte Maßnahmen gegen die Biodiversitätskrise und das Artensterben zu planen und umzusetzen. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland und das LIB – Museum Koenig Bonn haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit bundesweiten Fachgremien ein Schulungssystem für ausgewählte Organismengruppen zu entwickeln und bundesweit zu erproben.

Der Fokus liegt dabei auf den Insekten (Libellen, Totholzkäfer und Hautflügler mit Schwerpunkt Wildbienen) sowie Pflanzengruppen (Gräser und Moose). Die Kurse gliedern sich in die drei Niveaustufen Bronze, Silber und Gold und umfassen jeweils rund 60 Stunden. KennArt-Kurse kennzeichnen sind durch Präsenzkurse mit mehreren Exkursionen, Freilandarbeit und einer Selbstlernphase. Ebenso steht die Arbeit am Binokular und Mikroskop im Zentrum der Kurse. Die KennArt-Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit bei angehenden Artenkenner*innen aus dem gesamten Bundesgebiet und werden darüber hinaus auch in weiteren Bildungsreinrichtungen deutschlandweit angeboten.

Allen Kursen liegt ein im Rahmen des Projektes entwickelter Lehrplan zugrunde, in welchem die Lernziele in Bezug auf Artenkenntnis, systematische Kenntnisse, Bestimmungskompetenz, biologische und ökologische Kenntnisse, Lebensraumkenntnis, Sachkenntnis und Methodenkompetenz definiert wurden. Neben den Kursen werden auch Prüfungen zur Erlangung eines Zertifikates angeboten.

Die Schulungen richten sich an Mitarbeiter*innen in Naturschutz- und Forstbehörden, Gutachter- und Planungsbüros, Umweltverbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Naturkundemuseen, Bildungseinrichtungen, Biologischen/Ökologischen Stationen, Ehrenamtler*innen und Studierende.

Interesse geweckt? Dann schauen Sie sich gerne auf den weiteren Seiten um.