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Ohne Moos nix los

KennArt-Grundkurs „Moose bestimmen“ bildet Fachkräfte für den Naturschutz aus

13. Oktober 2021

Die Teilnehmenden nehmen die Moose an einem Baumstamm genau unter die Lupe.

Die Teilnehmenden nahmen die Moose am Baumstamm genau unter die Lupe.
(Foto: C. Knauft-Pieper)

Die Teilnehmenden bestimmen die Moose die Moose während der Tagesexkursionen im Teutoburger Wald direkt in ihrem natürlichen Lebensraum.

Während der Tagesexkursionen im Teutoburger Wald konnten die Teilnehmenden die Moose direkt in ihrem natürlichen Lebensraum bestimmen.
(Foto: C. Knauft-Pieper)

Sie sind so klein und doch so wichtig für unser Ökosystem: Moose sind von großer Bedeutung als Wasserspeicher und Lebensraum einer Vielzahl an Kleinstlebewesen. Im Rahmen des ersten KennArt-Grundkurses „Moose bestimmen“ vom 22. September bis 9. Oktober am Haus Heidhorn in Münster lernten die Teilnehmenden die häufigsten Laub- und Lebermoose kennen. Die insgesamt rund 60 Stunden waren gefüllt mit Vorträgen, Bestimmungsübungen, Exkursionen und einer Selbstlernphase, in der die Teilnehmenden eine eigene kleine Sammlung in Form eines Herbariums anlegten.

Ob im Wald, an Mauern oder auf Hausdächern: Moose besiedeln verschiedene Lebensräume. Mal schmücken sie den Waldboden mit einem grünen, weichen Teppich, mal erscheinen sie wie kleine Pölsterchen auf Mauern und Steinen. An insgesamt sieben Tagen im September und Oktober tauchten die angehenden Artenkennerinnen und Artenkenner in die Welt der Moose ein. Neben den rund 75 häufigsten Laub- und Lebermoosen lernten sie die Grundlagen der Morphologie, Ökologie und Biologie von Moosen kennen.

Bereits am ersten Kurstag ging es gemeinsam mit Kursleiter Dr. Carsten Schmidt in das Waldgebiet der Davert am Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Neben der Beobachtung typischer Wuchssituationen wurden bereits erste Moose genauer unter die Lupe genommen. An den folgenden Tagen wurden die Teilnehmenden in die Systematik, Nomenklatur, generative und vegetative Vermehrung, Verbreitungsmuster und Indikatoreigenschaften von Moosen eingeführt. Natürlich stand auch die Bestimmung von Moosen mit Handlupe und Binokular auf dem Programm. Mit dem Mikroskop konnten dann selbst kleinste Merkmale beobachtet und die Arten genau bestimmt werden.

Abgerundet wurde der Kurs durch mehrere kleine Exkursionen rund um das Haus Heidhorn sowie zwei Tagesexkursionen in den Teutoburger Wald. In Tecklenburg-Brochterbeck standen häufige Boden- und Felsmoose saurer Standorte sowie für den Ortsbereich typische Moosarten im Fokus. Nur wenige Kilometer entfernt im Kalksteinzug des Teutoburger Waldes bei Lengerich wurden häufige Moose kalkreicher Böden thematisiert.

Neben der Vermittlung von Artenkenntnis wurden auch die Bedeutung von Moosen in Kartierungen, rechtliche Bestimmungen sowie Rote Liste-Arten besprochen. Schließlich richten sich die Kurse in erster Linie an Angehörige von Gutachter- oder Planungsbüros, Naturschutzbehörden, Biologischen und Ökologischen Stationen, Naturschutzverbänden, Naturkundemuseen, Studierende mit Vorkenntnissen und Menschen, die sich ehrenamtlich im Naturschutz engagieren.

Die Zeit zwischen den Kurstagen nutzten die Teilnehmenden für das Selbstlernstudium und legten eine eigene kleine Moossammlung in Form eines Herbariums an. Im kommenden Jahr ist ein Aufbaukurs geplant.

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