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Vielfalt im Heuhaufen

Gräserkurs für Fortgeschrittene vertieft die Artenkenntnis und Bestimmungskompetenz

28. Juni 2022

Bestimmungsübungen im Gelände mit Kursleiter Dr. Thomas Hövelmann

Bestimmungsübungen im Gelände mit Kursleiter Dr. Thomas Hövelmann
(Foto: Claudia Knauft-Pieper)

Wie viele Gräser-Arten lassen sich im Heuhaufen finden?

Wie viele Gräser-Arten lassen sich im Heuhaufen finden?
(Foto: Claudia Knauft-Pieper)

Münster. Von Seggen, Simsen und Schwingeln können Sie nun ein Lied singen: Im KennArt-Aufbaukurs „Gräser bestimmen“ an der NABU-Naturschutzstation Münsterland vertieften die hochmotivierten Gräserkundler*innen nicht nur ihre Artenkenntnis und Bestimmungskompetenz, sondern erhielten auch einen Einblick in die praktische Naturschutzarbeit.

Am 1. Juni startete die 60-stündige Reise in die Welt der Gräser. Nach einer kurzen Einführung, in der Kursleiter Dr. Thomas Hövelmann die Grundlagen zur Morphologie, Verbreitungsmuster und Lebensräume der Gräser auffrischte, ging es für die Teilnehmenden direkt an die Arbeit: Beim „PlantRace“ auf den umliegenden Wiesen auf Haus Heidhorn sammelten und bestimmten sie in Kleingruppen in vorgegebener Zeit möglichst viele Arten. Dank fundierter Vorkenntnisse kam in kurzer Zeit eine stattliche Zahl an Gräsern zusammen, die in einer kleinen Ausstellung zusammengetragen wurden. Nach zahlreichen Bestimmungsübungen in generativem und vegetativem Zustand mit einschlägiger Literatur, Handlupe und Binokular wurde das „PlantRace“ bei strahlendem Sonnenschein am Aasee in Münster fortgesetzt.

Wie sieht es aber mit der Bestimmung bei bereits gemähtem und getrocknetem Gras aus? Bei ihrer Untersuchung fanden sie zwar nicht die sagenumwobene Stecknadel im Heuhaufen, dafür aber eine ganze Bandbreite an Gräsern. Gegen Ende des Kurses gab Sara Kehmer einen Einblick in die Bestimmung schwieriger Arten wie aus der Gattung Schwingel Festuca.

Highlights des Kurses waren die beiden Tagesexkursionen ins Münsterland. Gemeinsam mit Exkursionsleiter Christoph Rückriem von der Biologischen Station Zwillbrock ging es ins „Ammerter Gräberfeld“ und ins „Eper Venn“ nahe Ahaus und Gronau im Kreis Borken, wo mesophiles Grünland, Flutrasen und seggenreiches Feuchtgrünland auf dem Programm standen. Während der zweiten Tagesexkursion führte Lillmor Strumann von der Biologischen Station Kreis Steinfurt ins „Emsdettener Venn“, wo sie viele Arten des Wirtschaftsgrünlandes und die praktische Arbeit der Grünland-Kartierung vorstellte.

Abgerundet wurde der Kurs durch die Präsentation und Besprechung der Herbarien, die alle Teilnehmenden in Form von gepresstem Material oder Fotodokumentationen angelegt hatten. Nach einer so intensiven Kurszeit bleiben die Seggen, Simsen und Schwingel sicherlich für alle Zeiten im Kopf – „Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Gräser…“, so eine Teilnehmerin!

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