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Premiere in Münster: Erster Vertiefungskurs „Totholzkäfer bestimmen“ begeistert Teilnehmende

26. August 2024

Mehrere Kursteilnehmende knien auf einer weißen Decke und sind mit dem Bodensieb und dem Exhauster auf Käfersuche.

Viele der kleinsten Totholzkäferarten kommen häufig versteckt in Baumpilzen vor und müssen erst herauspräpariert werden (Foto: Albia Consul)

Der erste Vertiefungskurs „Totholzkäfer bestimmen“ zog in zwei Blöcken vom 30. Mai bis 2. Juni und vom 19. bis 21. Juli 2024 zahlreiche Käferenthusiasten an. Der Kurs hat allen sehr viel Spaß gemacht und war ein voller Erfolg.

Dass Totholz entscheidend zur Biodiversität beiträgt, ist weithin bekannt. Besonders im Fokus stehen dabei die xylobionten Käfer, also die Käfer, die an Holz leben. Die Teilnehmenden tauchten tief in diese faszinierende Artengruppe ein und erkundeten auf drei Exkursionen alte Naturwaldzellen (NWZ) im Münsterland und darüber hinaus.

Unterstützt vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und den unteren Naturschutzbehörden erforschten die Teilnehmer die Totholzkäferfauna in verschiedenen Regionen. Die Eichenbestände in den Naturwaldzellen Amelsbüren und Wartenhorster Sundern, die Buchenwälder in der NWZ Hellerberg am Möhnesee und die gemischten Fichten- und Buchenbestände in der NWZ Hunau im Hochsauerland boten eine reiche Artenvielfalt.

Die Exkursionen lieferten spannende Funde. Während größere Arten wie Bockkäfer oder Schröter oft direkt vor Ort erkannt wurden, erforderten die kleineren und unauffälligeren Käferarten eine genauere Untersuchung. Dazu wurden Käfer aus Kreuzfensterfallen gesammelt und in Bestimmungsübungen unter dem Binokular analysiert. Ein Highlight war die Entdeckung der seltenen 4 mm kleinen Urwaldreliktart Ipidia binotata, ein Glanzkäfer, der für die NWZ Hellerberg für das Jahr 2024 bestätigt werden konnte.

Doch der Kurs bot mehr als nur wissenschaftliche Arbeit. Spannende Vorlesungen und bildreiche Kurzvorträge lockerten den intensiven Bestimmungsalltag auf. Die diverse Gruppe aus Promotionsstudierenden, PostDocs, Mitarbeitenden der Naturparkverwaltung und Planungsbüros entwickelte schnell eine starke Dynamik. Der gemeinsame Grillabend am vorletzten Tag stärkte den Zusammenhalt und legte den Grundstein für zukünftige Vernetzungen und vielleicht sogar möglichen Kooperationen.

Sicherlich wird man noch viel von den Teilnehmenden dieses ersten Goldkurses im KennArt-Projekt hören. Wir sind gespannt auf die kommenden Entwicklungen und freuen uns auf die nächste Runde!

Michael Meyer stellt die gefundenen Arten und deren ökologische Bedeutung der Gruppe vor.

Auf zur Naturwaldzelle Hunau im Arnsberger Wald des Hochsauerlands! (Foto: Albia Consul)

Im Huckepack durch die überschwemmten Gebiete der Altrheininsel Rappenwört.

Viele der kleinsten Totholzkäferarten kommen häufig versteckt in Baumpilzen vor und müssen erst herauspräpariert werden (Foto: Albia Consul)

Im Huckepack durch die überschwemmten Gebiete der Altrheininsel Rappenwört.

Das Highlight: Die Entdeckung der seltenen vier Millimeter kleinen Urwaldreliktart Ipidia binotata, ein Glanzkäfer, der hiermit in der Naturwaldzelle Hellerberg für das Jahr 2024 bestätigt werden konnte (Foto: Albia Consul)

Vollmontur mit dem richtigen Stechmückenschutz.

Kursleiter Michael Meyer bespricht gemeinsam mit den Teilnehmenden die erfolgreichen Käferfunde (Foto: Albia Consul)

Nahaufnahme des Balkenschröter Käfers.

Herzlichen Glückwunsch! Zufrieden und entspannt ging der erste KennArt-Vertiefungskurs Totholzkäfer für die Teilnehmenden in Münster zu Ende (Foto: Anika Binder)

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