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Erster Block des Gräser-Aufbaukurses auf der Schwäbischen Alb vom 4. bis 6. Juni 2025

17. Juni 2025

In einem hellen Seminarraum arbeiten etwa 15 Personen an Tischen mit Mikroskopen und Pflanzenmaterial. Eine Frau steht vorn und hält ein beschriftetes Blatt hoch, während die Teilnehmenden Notizen machen.

Konzentrierte Arbeit im Kursraum des Naturschutzzentrum Schopflocher Alb (Foto: Thomas Hövelmann)

Von Ährchen und Öhrchen, von Ligula bis zu Erneuerungsknospen – die Fachbegriffe flogen tief beim ersten Block des Gräser-Aufbaukurses der NABU-Naturschutzstation Münsterland, der vom 4. bis 6. Juni 2025 im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb auf der Schwäbischen Alb stattgefunden hatte. Den Teilnehmenden waren diese Begriffe aber von Beginn an geläufig, handelte es sich doch ausnahmslos um fachkundige Menschen mit Vorkenntnissen, die bereits in Planungsbüros, in Biologischen Stationen oder einer Naturschutzverwaltung beschäftigt sind.

Unter der Leitung von Dr. Thomas Hövelmann und Sara Kehmer lernten die knapp 15 Teilnehmenden zunächst einmal die unmittelbare Umgebung des Naturschutzzentrums Schopfloch kennen, wo sich in einem aufgelassenen ehemaligen Steinbruch artenreiche Kalkhalbtrockenrasen angesiedelt hatten. Dreierteams erhielten dabei in einem „PlantRace“ die Aufgabe, innerhalb einer halben Stunde soviele Arten aus den im Kurs behandelten Familien der Süßgräser, Sauergräser und Binsengewächse zu finden. Fast 20 Arten kamen auf diese Weise schnell zusammen und wurden anschließend ausführlich vorgestellt, von Allerweltsarten wie dem Wiesen-Knäuelgras und dem Gewöhnrlichen Rispengras bis hin zu floristischen Besonderheiten wie dem Pyramiden-Schillergras, der Aufrechten Trespe und dem Wiesen-Flaumhafer.

Am zweiten Kurstag ging es in das nahe gelegenen Schopflocher Moor, das im ansonsten wasserarmen und karstigen Umfeld eine Besonderheit darstellt. Dort konnten auf den nassen und zum Teil versauerten Standorten viele weitere Arten gezeigt werden, vor allem zahlreiche Seggen-Arten aus der Familie der Sauergräser wie Rasen-Segge Carex cespitosa, Grau-Segge Carex canescens und Schnabel-Segge Carex rostrata. Selbst Wollgräser ließen ihre weißen Schöpfe über die blumenbunten Feuchtwiesen zwischen Trollblumen und Schlangenknöterich leuchten.

Den krönenden Abschluss des ersten Kursblockes bildete eine ganztägige Exkursion auf den Wiesenberg bei Weilheim an der Teck mit der Gräserexpertin Dr. Dagmar Lange. Hier standen noch einmal artenreiche Halbtrockenrasen im Fokus, mit weiteren Seltenheiten wie Filz-Segge, Fiederzwenke und Westfälischem (!) Schwingel. Der verregnete Nachmittag brachte den Teilnehmenden auch noch eine weitere Erkenntnis: Auch Trockenrasen können nass werden!

Neben den Exkursionen wurde aber auch unter fachkundiger Anleitung der beiden Kursleitenden viel selbständig im Kursraum bestimmt. Ein mitgebrachtes umfangreiches Gräser-Herbarium und eine kleine Ausstellung aus den gesammelten Arten halfen, das Wissen zu vertiefen. Bis zum zweiten Kursblock ab dem 3. Juli im Hochschwarzwald haben die Teilnehmenden nun die Aufgabe als Heimarbeit, typische Arten eines selbst gewählten Lebensraumes aus dem persönlichen Umfeld zu herbarisieren und ein Referat über die Standortbedingungen und ökologischen Besonderheiten des jeweiligen Standortes zu erarbeiten.

Eine Frau zeigt bei einer Exkursion ein Pflanzendetail in der Hand. Drei Teilnehmende beugen sich interessiert vor, eine Person hält ein Klemmbrett mit Stift. Die Szene spielt am Rand eines Parkplatzes.

Die Gräser-Expertin Dr. Dagmar Lange leitete die ganztägige Exkursion am dritten Kurstag (Foto: Thomas Hövelmann)

Während einer Exkursion erklärt eine Frau einer Gruppe von Teilnehmenden etwas über die Pflanzen im Gras. Die Gruppe steht auf einem Weg am Waldrand, einige machen sich Notizen, eine Person hält eine kleine Kreidetafel.

Während der Exkursionen wurden die Namen der jeweils erklärten Pflanzen von Co-Referentin Sara Kehmer (links) auf Kreidetafeln gezeigt (Foto: Thomas Hövelmann)

Eine Gruppe von Naturinteressierten steht im Halbkreis im Freien und hört einer Frau zu, die an einer Infotafel über das Schutzgebiet Schopflocher Moor referiert. Im Hintergrund sind Felder und ein bewölkter Himmel zu sehen.

Eine Mitarbeiterin des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb (links) erläutere die Pflegemaßnahmen im NSG „Schopflocher Moor“ (Foto: Thomas Hövelmann)

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